
Montag, 5. – Freitag, 9. Oktober 2026, jeweils 9 – 14 Uhr
QuerKlang: Kollektive Komposition als soziale Praxis – Einführungswoche
UdK Berlin, Hardenbergstraße 33, Aula
QuerKlang ist eine Berliner Produktionsreihe, in der jährlich neue musik- und musiktheatrale Werke entstehen – kollektiv entwickelt und im Rahmen von MaerzMusik/Berliner Festspiele und Young Euro Classic öffentlich uraufgeführt. Der social turn, auf den sich QuerKlang bezieht, begreift Versammlung selbst als künstlerisches Medium. Nicht Kunst über Gemeinschaft, sondern Aktivierung als Kunst: Der Moment, in dem eine Gruppe anfängt, gemeinsam zu entscheiden, ist bereits das Werk.
Einführungswoche
Mo.- Fr. 5. – 9.10. jeweils 9 – 14 h – AULA Hardenbergstraße
Reflexion 1, Sa. 21.11. 10 – 13 h
Reflexion 2, Sa. 20.2. 10-13 h
Voraufführungen
Fr. 5.3. - PROBENSAAL
Proben und Aufführungen
HPs und TE, Mo.15.3. 9 – 13 Uhr PROBENSAAL
GPs, Di. 16.3. 13 – 17 h -PROBENSAAL
UAs, Di. 16.3. 18 h - PROBENSAAL
2. Aufführung, Mi. 17.3. 18 h - PROBENSAAL
Abschlussreflexion
Sa. 10.4. 10 – 14 h (mit Schüler:innen - max. 4 pro Gruppe)
Wichtiger Hinweis:
Die Teams arbeiten in der Regel in wöchentlichen Doppelstunden in der Schule
Diese Praxis gründet auf epistemischer Gerechtigkeit. Klangentscheidungen, Formfindung, szenische Setzungen gehören denen, die die Werke hervorbringen – unabhängig von institutionell zugeschriebenem ästhetischem Wissen. QuerKlang verweigert sich der Vorstellung, dass künstlerische Kompetenz eine Einbahnstraße ist, und versteht sich damit als dekoloniale Praxis: Wissen entsteht im Prozess, nicht vor ihm.
Studierende der UdK arbeiten als künstlerische Prozessgestalter:innen. Sie entwickeln und erproben Konzepte, die die Gruppe in die Lage versetzen, sensibilisiert und selbstwirksam in den liminalen Raum ästhetischer Bereitschaft einzutreten – jenen Schwellenzustand, in dem kollektives künstlerisches Handeln überhaupt erst möglich wird. Sie aktivieren, halten und strukturieren diesen Raum, ohne ihn inhaltlich zu bestimmen. Erst innerhalb dieses Rahmens liegt die kompositorische Entscheidungsarbeit bei Schüler:innen aus unterschiedlichen Berliner Bezirken und sozialen Kontexten.
Klangentscheidungen, Formfindung, szenische Setzungen – das alles gehört ihnen. Das ist eine anspruchsvolle künstlerische Aufgabe für beide Seiten: Wie gestaltet man einen Prozess, ohne ihn zu kolonisieren? Wie hält man Offenheit aufrecht, ohne Orientierung zu verweigern? Wie wird Konflikt produktiv, ohne ihn aufzulösen?
Der Kurs ist ausdrücklich interdisziplinär: Komposition, Klangkunst, Musiktheater, Performance, bildende Kunst. Was zählt, ist die Bereitschaft, künstlerische Autorschaft radikal neu zu verhandeln.
Leitung: Mathias Hinke, Kerstin Wiehe
Anmeldung erforderlich!
Informationen: www.udk-berlin.de/querklang
Kontakt: mail@querklang.eu
QuerKlang ist ein Projekt der QuerKlang gUG in Zusammenarbeit mit kultkom – Kerstin Wiehe, Universität der Künste Berlin / klangzeitort, dem gemeinsamen Institut für Neue Musik der UdK Berlin und HfM Hanns Eisler Berlin und Berliner Festspiele / MaerzMusik – Festival für Zeitfragen. Finanziert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie von Berlin.